Neue Studie von UK-Music: Musik-Konsumverhalten von Jugendlichen
UK-Music, die Schirmorganisation, welche über diversen Anbietern von kommerzieller Musik im United Kingdom steht, hat die Ergebnisse ihrer neuen Studie zum Thema „Musik-Konsum der 14-24 Jährigen“ veröffentlicht. Um genau zu sein wurde die Studie von der „University Of Hertfordshire“ nun zum 2. Mal durchgeführt, welche hierfür insgesamt über 1800 junge Menschen befragte. Neben Fakten, die den Meisten schon bekannt sein dürften, wurden auch einige neue interessante Details hervorgebracht.
Nach wie vor ist Musik eine der meist konsumierten Medienformen überhaupt. Sie ist überall: Auf der Arbeit, beim Autofahren, „unter“ der Dusche, beim Joggen […] aber besonders der Computer rückt als Medienzentrale immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens.
So geben 68% der Befragten an, dass sie den Computer täglich zum Musik hören nutzen. Analog dazu ist es für 87% wichtig, ihre Musik zwischen verschiedenen Geräten kopieren zu können, sei es für ein „Backup“ oder um die Musik an mehreren Orten zu hören.
Was die Musikindustrie wahrscheinlich weniger erfreut, sind die Ergebnisse „wie“ die Musik getauscht wird.
Hier gaben 86% an, dass sie schon mal eine CD für einen Freund kopiert haben. Auch das Versenden von Musik via Bluetooth, Email, Skype o.Ä. erfreut sich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit. Ganze 75% haben auf diesem Wege schon Musik getauscht (ich persönlich vermute hier werden vorrangig Handys genutzt). Erstaunlich finde ich, dass 57% der Befragten schon einmal die komplette Musiksammlung eines Freundes kopiert haben. 38% schneiden auch mal Musik aus dem Fernsehen, Radio oder vom Stream mit, wobei besonders Letzteres schon ein gewisses technisches Knowhow erfordert.
61% der Befragten gaben an, dass sie nach wie vor P2P Netzwerke benutzen um an Musik zu kommen, 83% davon sind regelmäßige Nutzer, das heißt sie nutzen die Tauschbörsen mindestens wöchentlich. In diesem Zusammenhang sollte man erwähnen, dass 85% der Tauschbörsen-Nutzer an einem Modell wie der Kulturflatrate großes Interesse zeigen. Hier gibt es also Entwicklungspotential und eine mögliche Einnahmequelle für die Musikindustrie.
Immerhin 39% haben Erfahrungen mit einem Onlinemusicstore gesammelt, wobei auch der legale Erwerb von physischen Medien weiterhin wichtig bleibt. Echte Fans halten halt doch gerne eine CD in der Hand.
Auch die Frage nach dem Copyright fiel. Ein Großteil der Jugendlichen weiß zwar, was das Copyright im Groben beinhaltet, ignoriert es aber recht großzügig, wenn es darum geht, Musik mit Anderen zu teilen.
[Meinung]
Anhand dieser Daten erkennt man deutlich, dass trotz der großen Abmahnwellen, DRM u.Ä. die Tauschlust der Konsumenten sich fast ungebremst fortsetzt. Dennoch werden weiterhin CDs verkauft, Konzerte besucht und neue Sterne am Musikhimmel gesichtet. Es ist höchste Zeit, die Musikkonserven mehr als Mittel zum Zweck zu betrachten und mithilfe eines intelligenten (pauschalen) Vergütungsmodells eine faire Nebeneinnahme für die Künstler zu schaffen. Wer bis dahin, wie auch ich, auf dem legalen Weg bleiben möchte, sollte sich das Konzept der Creative Commons und der freien Musik einmal genauer ansehen.
Patrick
Quellen:
Torrentfreak
UK-Music
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