Ein paar Gedanken zum Urheberrecht (mit Buchempfehlung: Urheberrecht im Alltag & Wissen und Eigentum)

Das digitale Zeitalter hat vieles revolutioniert. Informationen können verlustfrei und so schnell wie noch nie ausgetauscht werden.

Nach 40 Jahren Fortschritt und ständiger Weiterentwicklung des Netzes scheint nichts mehr so zu sein wie es war. Lediglich das alte Urheberrecht hat sich nicht wirklich entwickelt, eine Revolution ist fast vollständig ausgeblieben.

Nichts hat dieses „Urheberrecht“ so aufgewühlt wie das digitale Zeitalter und selten hat etwas zwei so in sich verhärtete Fronten hervorgebracht. Auf der einen Seite stehen Kontrolle, Kopierschranken, Lizenzbedingungen, Geld und eine klare Trennung zwischen Produzent und Nutzer. Auf der anderen Offenheit, Open Content, Spenden, Mashups und Remixes.
Kurz: Die einen fordern Kontrolle, die anderen mehr Offenheit.cds2

Aus diesem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben. Wo man vielen Politikern bei Netz-Themen einfache Inkompetenz vorwerfen kann, ist es beispielsweise bei der Musikindustrie nicht mehr ganz so einfach. Zwar hat auch diese den Start des digitalen Zeitalters eindeutig verpasst, aber mittlerweile wissen sie was sie tun, oder behaupten es zumindest. Die Vermarktung von CDs, Büchern, DVDs und anderen alten Medien wird zunehmend komplizierter, und so fürchten sie (berechtigt) um ihre Existenz (die Daseinsberechtigung ist meiner Meinung nach schon länger erloschen).

So versuchen sie die digitalen Medien mit den neuen Möglichkeiten der digitalen Kontrolle aufzufangen und schrecken auch nicht davor zurück, Internetanschlüsse zu kappen (HADOPI) oder eine einfache Hausfrau mit zwei Kindern, welche Musik im Internet getauscht hat, auf Millionen $ Schadensersatz zu verklagen.

Ignoriert haben sie dabei lange Zeit, dass sie sich einen mächtigen Feind geschaffen haben. Quasi einen Feind der die volle Kontrolle über Gedeih und Verderb dieser Industrie hat: Ihre eigenen Kunden.

Nicht immer ist es einfach mit dem schnellen Wandel der Gesellschaft mitzuhalten. Doch statt  einfach nur das alte Urheberrecht zu kopieren, muss eine Neuerung her. Eine neue Lösung, die für beide Seiten annehmbar ist.

Und so bitte ich die Kontent-mafia-industrie-lobby damit aufzuhören, gegen ihre Kunden vorzugehen, Politiker zu beeinflussen und immer wieder zu versuchen das Internet zu kontrollieren, bevor es zu spät ist. Beachtet die Regeln des Internet, versteht wie das Web funktioniert und diese Welt wird auch euch mit offenen Armen empfangen.

Patrick

Zwei Bücher zum Thema, welche nicht nur für Autoren und Musiker interessant sind, sondern auch dem “gemeinen Internetnutzer” helfen sich im Rechtedschungel zurechtzufinden gibt es hier als PDF – Download:

Urheberrecht im AlltagUrheberrecht im Alltag

iRights.info erklärt einfach und verständlich, was man beim Kopieren von CDs beachten muss: Welche Regeln gibt es, wenn man eigene Musik macht, Filme dreht oder Bücher schreibt? Wie funktionieren freie Lizenzen? Wie hat sich das Urheberrecht entwickelt? Und was bedeutet das für Autoren und Nutzer?[…]

Herausgeber: V. Djodjevic, R.A. Gehring, V. Grassmuck, T. Kreutzer und M. Spielkamp, 385 Seiten

Download: Urheberrecht im Alltag

Wissen und EigentumWissen und Eigentum

Besitzen Autoren ihre Werke? Ist Wissen ohne rechtlichen Schutz vermarktbar, verwertbar oder wertlos? Dieser Sammelband gibt in 15 Beiträgen einen Überblick über die sich wandelnde Beziehung zwischen Wissen und Eigentum. In so verschiedenen Bereichen wie der klassischen Musik, der traditionellen Heilkunde in Mexiko oder dem Handel mit den Adressdaten werden die Auswirkungen der Behandlung von Wissen als Eigentum anschaulich erläutert.

Herausgeber: Jeanette Hofmann, 354 Seiten

Download: Wissen und Eigentum

Beide Bücher unterliegen einer Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung

Quelle: http://www.bpb.de/

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